Jorge Lorelorenzo_11_15nzo und Valentino Rossi (Movistar Yamaha MotoGP Team) fuhren beim letzten Rennen der Saison im spanischen Valencia beeindruckende Rennen und lieferten sich bis zur schwarz-weiß karierten Zielflagge einen Kampf um den WM-Titel. Lorenzo zeigte im Rennen über 30 Runden seinen unerschütterlichen Siegeswillen und sicherte sich mit dem 40. MotoGP-Sieg auch die nötigen Punkte, um in der WM-Wertung an Rossi vorbei zu ziehen und sich so den WM-Titel zu ergattern. Teamkollege Valentino Rossi fuhr ebenfalls ein phänomenales Rennen vom letzten Startplatz und wurde nach einer beachtlichen Aufholjagd durch das MotoGP-Feld am Ende verdienter Vierter und Vizeweltmeister 2015.

Für Lorenzo ging es von der Pole-Position in das Rennen und wie schon bei seiner Qualifikationsrunde am Samstag, zeigte der Spanier auch im Rennen eine beeindruckende Leistung. Mit einem perfekten Start verteidigte Lorenzo auch im Rennen die Führung vor Marc Marquez und Dani Pedrosa. Konstante 1:31er Rundenzeiten während der ersten Runden waren das Erfolgsgeheimnis, um einen kleinen Vorsprung von 0,7 Sekunden auf seine Verfolger herauszufahren. Gegen Mitte des Rennens war sein Verfolger Marquez allerdings in der Lage, den Rückstand zu egalisieren und fuhr nun wieder direkt hinter seinem Landsmann. Die Situation im Rennen veränderte sich zu diesem Zeitpunkt, denn nun war der Ausgang des Rennens wieder offen, doch Lorenzo ließ sich von davon nicht beeindrucken und fuhr weiter konstant seine Runden. Nach Marquez konnte sieben Runden vor Ende des Rennens auch Dani Pedrosa den Rückstand auf Lorenzo aufholen und nun bot sich den Zuschauern ein Dreikampf an der Spitze des MotoGP-Feldes. Lorenzo fuhr wie ein echter Champion und verlor für keine Sekunde die Konzentration. Am Ende sicherte sich der Spanier mit seinem Sieg 25 wertvolle Punkte für die WM-Wertung und konnte in der Auslaufrunde seinen 3 MotoGP und seinen insgesamt fünften Weltmeistertitel feiern.

Teamkollege Valentino Rossi musste vom letzten Startplatz in das Rennen gehen und zeigte den Fans rund um die Strecke bereits in der ersten Runde, was sein Ziel ist. Mit eisernem Willen fuhr er durch das Feld und kam aus der ersten Runde bereits als 15. zurück, zwei Runden später lag der neunfache Weltmeister bereits auf dem neunten Rang. Mit seiner ganzen Erfahrung und seinem Können, verbesserte sich Rossi Runde um Runde, überholte Markenkollege Bradley Smith und weitere Fahrer und war gegen Rennmitte bereits auf dem vierten Rang angelangt. Zu diesem Zeitpunkt betrug der Rückstand auf den vierten Dani Pedrosa etwas mehr als 11 Sekunden. Rossi holte das Maximum aus sich und seiner Yamaha YZR-M1 heraus, war aber nach der anstrengenden Aufholjagd nicht mehr in der Lage, den Rückstand zu verringern. Am Ende blieb für Rossi der vierte Platz beim Saisonfinale in Spanien.

Jorge Lorenzo, Platz 1
„Es gab jede Menge Druck, vor allem gegen Ende des Rennens, denn ich musste die ganze Zeit alles geben und war etwas müde, immer am Limit zu fahren. Dani hat am Ende noch einmal viel Zeit und Meter gut gemacht. Er hatte zur Rennmitte einen Rückstand, denn er aber wieder aufholen konnte und ich wusste, dass ich zwei Fahrer hinter mir hatte und wenn diese mich überholen, wäre die WM verloren gewesen. Das war eine schwierige Situation. Ich fühlte auch, dass die rechte Seite meines Reifens zerstört und ich ziemlich am Rutschen war, also musste ich sehr langsam in Rechtskurven einfahren und meine Rundenzeiten verschlechterten sich von 1:31er auf 1:32er Zeiten. Ich konnte am Ende auch meine Boxentafel nicht erkennen und wusste nicht, wie viele Runden noch zu fahren waren. In der letzten Runde kam ich aus der letzten Kurve heraus und sah die schwarz-weiße Flagge und ich konnte es kaum glauben, dass ich das Rennen und die Weltmeisterschaft gewonnen hatte. Es war ein sehr entspannender Moment, denn ich sehr genossen habe. In der Auslaufrunde habe ich die ganze Zeit geweint, denn es war ein fantastischer Tag für mich. Mit diesem dritten Titel in der Topklasse stehe ich jetzt auf einer Stufe mit Wayne Rainey, Kenny Roberts Sr und Ayrton Senna – einfach unglaublich. Wir müssen diesen Tag sehr genießen, denn so oft kommt es nicht vor, dass man Weltmeister wird. Ich bin mit Valentino, Marc, Casey und Dani zur gleichen Zeit auf der Strecke gefahren. Für mich sind das die besten Fahrer des 21. Jahrhunderts. Der erste WM-Titel ist und bleibt der erste und daher auch immer besonders, doch wen man einen WM-Titel gegen diese vier Legenden gewinnt, ist das sehr wichtig für mich. Ich lag das ganze Jahr in der WM-Wertung hinten, konnte aber Rennen um Rennen den Rückstand verringern und dass ich im letzten Rennen den Titel gewinnen konnte, ist für mich sehr emotional. Über die kommende Saison möchte ich im Moment nicht nachdenken. Wir werden beim Test oder danach sehen, was möglich ist. Jetzt möchte ich das erst einmal mit einem Team genießen.“

Valentino Rossi, Platz 4
„Die ganze Saison über war ich stark und es war eine großartige Saison. Ich war immer Wettbewerbsfähig und habe mir keinen Fehler erlaubt. Nach dem Rennen in Motegi dachte ich, dass ich die Weltmeisterschaft gewinnen kann, doch leider hat sich ab dem Rennen in Phillip Island etwas geändert.“